Das selbstbetitelte Debütalbum von Step-Panther ist hierzulande ab dem 15. November als Import zu haben, mit dem Clip zu »My Neck« schickt das Trio aus Sidney der Platte nun ein schönes Slacker-Video vorraus.
Nachdem im vergangenen Monat bereits Glass Candy zwei neue Titel ihres anstehenden Albums veröffentlichten, zieht nun auch Johnny Jewels zweites Italians-Do-It-Better-Projekt Chromatics nach. Auch »Kill For Love« ist der Vorbote einer kommenden Platte, die im Januar erscheinen soll und kommt hier direkt mit Video.
Dilla-Epigonen gibt es bekanntlich wie Sand am Meer – Der Pariser Arnaud Bernard alias Onra gehörte dabei allerdings immer zu den etwas kreativeren Köpfen. Nach dem Bernard im letzten Jahr mit dem Album »Long Distance« seiner Leidenschaft für den Synthie-Pop der Achtziger freien Lauf ließ, kehrt er nun zu mit dem zweiten Teil seiner Chinoiseries zum altbewährten MPC-Purismus zurück. Auch hier kommt ausschließlich obskures Vinyl aus dem asiatischen Raum in den Sampler und wird über 32 Tracks in skizzenhaften HipHop-Intrumentalen der klassischen Gangart dargereicht. »Chinoiseries Pt. 2« erscheint am 18. November, den ersten Track »A New Dynasty« gibt es dagegen jetzt schon zu hören.
Besser kann man seine Leidenschaft nicht auf den Punkt bringen: Von Fans für Fans sei das Festival gemacht, verspricht der kurze Ankündigungstext auf der Homepage des Kölner »Week-End«. Im Gebäude des ehemaligen Ufa-Palasts, später Filmpalast, 1931 als Prestigeprojekt vom Architekten Wilhelm Riphahn erbaut und inzwischen wie so einige andere Kölner Lichtspielstätten mit glorreicher Vergangenheit leerstehend, wird am ersten Dezember-Wochenende 2011 tatsächlich ein Programm geboten, das selbst denjenigen, die in den letzten Jahren nichts von den Entwicklungen in den Mikrokosmen des Kölner (Pop-)Kulturbetriebs mitbekommen haben, auf den ersten Blick sowohl die Kuratorenhand sichtbar macht, als auch den eng miteinander verwobenen Kontext, von dem das hoch ambitionierte Line-Up aufgefangen wird, wie der Seiltänzer von dem unter ihm aufgespannten Netz.[ad]Allein auf den Zustand der Location muss man gespannt sein, barg der verzweigte und verschachtelte »Palast« doch zeitweise mehr als zehn, wenn auch teils sehr kleine Kinosäle – und verfügte außerdem über ein imposant großes Foyer. Es muss vom 02. – 04. Dezember auch einiges untergebracht werden: Allein für den Freitag sind bislang sechs Band-Konzerte, ein Soundsystem und ein DJ angekündigt. Das einheimische Publikum wird nicht überrascht sein, dass hinter dem vorzüglichen Booking der umtriebige Jan Lankisch steckt, der auch die Klubbar King Georg in den letzten Jahren mit Hätz un Schnüss zu einem Ort gemacht hat, an dem FreundInnen von frühestem DIY, schrägstem Postpunk, low-fiigster Elektronik und newester Wave im Wochentakt Feste feiern dürfen. In diesem Sinne:
John Maus, der ein wenig so klingt wie Julian Cope in seiner düstersten Synthiephase, die sympathisch-sphärischen High Lamas aus L.A, und der an Devo der Mittsiebziger erinnernde Gary War aus Brooklyn treffen am Auftaktabend auf die wahlkölner DJ-Ikone Michael Mayer sowie die Hamburg-Connection mit Jacques Palmingers Due Nutti Soundsystem und dem einzig wahren Jochen Distelmeyer, der offensichtlich nicht müde wird, alte Blumfeld-Songs mit den Stücken seines ersten Solo-Albums zu einem erbaulichen Set zu verquicken. Womöglich präsentiert er an diesem »Week-End« ja aber auch die ein oder andere Neuigkeit im Repertoire. Man darf gespannt sein.
Am Samstag geht es weiter mit der semi-legendären Family Fodder, die bereits 1979 im schönen Umfeld solcher Acts wie Blondie und The Slits gegründet wurde und ihren ersten Live-Auftritt nach zwanzig Jahren Bühnenabstinenz absolvieren wird. Dazu gesellt sich der inzwischen über-legendäre R. Stevie Moore, in dessen Fall es sich noch um Understatement handelte, würde er sich selbst als Gott der DIY-Szene bezeichnen. Natürlich tut der beinahe Sechzigjährige mit ungefähr 400 Alben auf dem Buckel so was nicht – er lässt lieber seine Songs für sich sprechen, und zwar kein bisschen leise. Das Brooklyner Duo Buke and Gass, ebenfalls auf den Samstag gebucht, begnügt sich nicht mit einem unverwechselbaren Sound jenseits aller Art-, Prog- und Punk-Rock-Klischess. Es stellt auch ein ganz eigenes Instrument vor – die Bariton-Ukulele, kurz »Buke«. Für Französisch-Nachhilfe sorgt die bezaubernd-schnoddrige Francoisz Breut, James Pants und die Schotten Optimo bestreiten den Abend für die Tanzbeine.
Da erscheint es fast als Randnotiz, dass am Sonntag mit Thurston Moore ein Held des Alternative Rock seine Aufwartung macht, der sich das Credo »Von Fans für Fans« ebenfalls mal hinter die Ohren geschrieben hatte, damals, als es mit Sonic Youth losging. Der ewig junge Mann ist ja nun auch schon über Fuffzig und hat drei Soloalben abgeliefert, wird sich aber bestimmt vom vielfältigen Schaffen im Rahmen des »Week-End« und dem geschichtsträchtigen Ort, an dem es stattfindet, inspirieren lassen. Ob er sich nachher bei der Trinkhallen Schickeria einkleidet oder bei A-Musik Platten kauft, vorher mit der Hug Me, Heimlich-Ausstellung den Barnum-Effekt unter die Lupe nimmt oder sich an dem noch zu bestätigenden Filmprogramm labt. Oder, oder, oder. Er wird zwar den Popcornduft in den Räumlichkeiten anders als mancher nostalgische Kölner kaum vermissen, dürfte aber feststellen: »Week-End« bietet in allen Belangen großes Kino – im Rahmen des vierwöchigen Theaterfestivals »Gobalize:Cologne«. Wer hätte gedacht, dass Köln noch so viel Blut in sich hat.
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WEEK END – A different Festival for Music, Film & Arts. 02—04 Dezember 2011
Thurston Moore
James Pants
Family Fodder
Jochen Distelmeyer
Francoiz Breut
Gary War
Buke and Gass
R. Stevie Moore
High Places
Roedelius/Schneider
Jaqcues Palminger
Optimo Twitch & Wilkes
Michael Mayer
Arthur Cayzer alias Pariah erntete im letzten Jahr bereits eine Menge Vorschusslorbeeren für seine Safehouses EP bei R&S Records und wurde gerne in einem Atemzug mit anderen jungen Durchstartern wie Joy Orbison oder Ramadanman genannt. Nachdem es eine Zeit lang ruhig um den Briten wurde, gibt es nun einen neuen Track zu hören, der von einer anstehenden R&S-Compilation stammt. Klingt vielversprechend.
Alec Koone alias Balam Acab knöpft sich Lana Del Reys »Video Games« vor und legt die Ballade der 24-jährigen Newcomerin aus New York gleich mehrere Etagen tiefer. Das Debütalbum der jungen Sängerin soll Anfang des nächsten Jahres erscheinen, Balam Acabs Einstand auf Albumlänge ist am 26. August erschienen und gehört definitv zu den Diskursschleuder-Highlights dieses Jahres.
Vergangene Woche erschien mit »Trust Now« das fünfte Studio-Album des Brooklyner Psych-Trios Prince Rama auf Paw Tracks. Produziert wurde die Platte von Scott Colburn, der bereits für Arcade Fire und Animal Collective an den Reglern saß. Mit dem neuen Video zu »Golden Silence« (Regie: Julian Bozema) unterstreichen die verspulten Freigeister einmal mehr ihre ausgeprägte Affinität zu surrealistischen Ausschweifungen und retrofuturistischen Effekt-Spielereien.
Umzüge sind eine lästige Angelegenheit. Die Arbeit bleibt liegen, das Konto wird strapaziert und auch um die bürokratischen Begleiterscheinungen kommt man nicht herum. Hat man dann für den Standortwechsel auch noch eine Strecke von fast 3000 Meilen zurück zu legen und ein komplettes Studio im Gepäck, nimmt das Ganze gleich eine ganz andere Dimension an. So muss es auch für das experimentelle Folk-Duo High Places gewesen sein, hinter dem Rob Barber und Mary Pearson stecken. Vor etwa zwei Jahren packten die beiden ihre Sachen und kehrten der US-Amerikanischen Ostküste den Rücken zu, um im sonnigen Kalifornien ein neues Zuhause zu finden. Vom New Yorker Bohème-Viertel Brooklyn sollte es einmal quer durch die Vereinigten Staaten nach Los Angeles gehen. »Der Grund für unseren Umzug war schlichtweg das menschliche Grundbedürfnis nach einem sonnigen Plätzchen«, erklärt Rob Barber im E-Mail-Wechsel und fügt hinzu: »Ich habe fast mein ganzes Leben in New York verbracht und brauchte einfach mal einen Tapetenwechsel.«
Mittlerweile gut eingelebt, steht nun das dritte Album des Duos auf Thrill Jockey an und bildet den persönlichen wie musikalischen Drang zur Veränderung ziemlich exakt ab. Das organische und improvisatorische Moment der frühen Veröffentlichungen ist mittlerweile fast gänzlich verschwunden und immer klarer werdenden Bezügen zur britischen Club-Kultur und der dazugehörigen Musik gewichen: 2-Step, Garage, Dubstep. Dieser Weg überrascht insofern, dass man das Duo vor allem aus dem klassischen DIY-Kontext der US-amerikanischen Noise- und Punk-Szene kennt – und eben nicht aus einem Umfeld wie Süd-London, wo gebrochene Rhythmen und tieffrequente Bässe quasi mit der Muttermilch aufgesogen werden. Aus dieser eigenwilligen Perspektive gelingt es den beiden, das britische Bass-Kontinuum um verblüffend neue Facetten zu ergänzen, denen auch ein ohnehin polarisierender Terminus wie Post-Dubstep nicht mehr gerecht wird.
Für Rob scheinen beide Welten ohnehin gar nicht so weit auseinander zu liegen: »In den Achtzigern gab es in New York deutliche Überschneidungen zwischen der Techno- und Hardcore-Szene, weswegen ich eben auch früh mit Club-Musik in Berührung kam. Heutzutage sind wir vielleicht nicht die typischen Raver, aber von Zeit zu Zeit packt es uns doch noch mal und wir gehen tanzen.« Gerade diese Distanz zum extrem schnelllebigen Elektronik-Betrieb schlägt sich auch auf »Original Colors« nieder. Denn ähnlich wie das britische 2-Step-Enigma Burial, der ein wesentlicher Einfluss für beide war, bilden High Places vielmehr den Nachhall einer exzessiven Clubnacht ab, die trübe Erinnerung an stampfende Bässe und pulsierende Synthesizer. »Die letzten fünf Jahre waren in musikalischer Hinsicht wirklich eine Explosion. Burial hat einfach so viele Leute komplett umgehauen und ein ganz neues Ding losgetreten, das so viel melodischer als alles zuvor war“, schwärmt Rob.
Doch nicht nur die düsteren UK-Garage-Skizzen des lange gesichtslos gebliebenen Puristen beeindruckten beide gleichermaßen. Auch Namen wie Modeselektor, The Bug oder Blawan fallen. Die Inspiration beschränkt sich bei beiden aber lange nicht nur auf die Bass-Musik der britischen Prägung. Besonders auf textlicher Ebene spielt ein ganz anderer Faktor die Hauptrolle: Das ausgiebige Reisen. Eine große Passion der beiden, die Mary auf lyrischer Ebene besonders zu spielt und allerlei Natur-Metaphern mit sich bringt. »Die Texte auf Original Colours sind sehr von unseren Trips nach Australien und Mexiko beeinflusst. Angesichts dieser weitläufigen, offenen Wüstenlandschaften half es mir sehr, meine Texte auf den Punkt zu bringen.« Rastlosigkeit als Inspirations-Quelle. So lange dabei solch weit gedachte Elektronik-Entwürfe wie »Original Colours« heraus kommen, wünscht man sich, dass die beiden noch den ein oder anderen Umzug vor sich haben.
High Places »Original Colors« (Thrill Jockey / Rough Trade), VÖ: 04.11.2011
Tourdaten:
02.12.2011, Weekend-Festival, Köln
03.12.2011, HAU 2, Berlin
05.12.2011, B72, Wien
06.12.2011, Kranhalle, München
Julian Lynch lässt den Titel »Back« seiner aktuellen Platte »Terra« mit einem hübschen Clip illustrieren. Das Album des in New Jersey ansässigen Songwriters ist am 23. September bei Underwater Peoples erschienen und für Freunde von Woods, Kurt Vile und dergleichen defintiv eine Rotation Wert.
In den letzten Wochen musste man schon etwas genauer hinsehen, um zwischen all dem umsonst feilgebotenen Daten-Krempel interessante Neuheiten auszumachen. Klare Favouriten: Der wolkige Micro-House von Coyote Clean-Up aus Detroit, sowie Innergaze’s »Shadow Disco« vom an dieser Stelle bereits angesprochenen Not Not Fun-Sublabel 100 % Silk. Hier geht’s zum Download.
Playlist:
1. Samaritan – Got Time
2. The-Drum – Euthanasia
3. Bodyboat – Eros
4. CCU – You X Wont X Know
5. Innergaze – Shadow Disco
6. Rangers – Conversations On The Jet Stream
7. Moon Tides – To Be
8. Cat Cat – Keys And Locks Don’t Work









