Sieben Jahre lang prägte das aus Portland stammende Duo Yellow Swans maßgeblich die US-amerikanische Noise-Szene, veröffentlichte eine schier unüberschaubare Anzahl an Tonträgern und bot mit seinem eigenen Label JYRK auch noch außergewöhnlichen Künstlern wie Xiu Xiu, Grouper oder John Wiese eine Plattform. 2008 folgte dann die Trennung, man wolle sich unter anderem auf die Solo-Arbeiten konzentrieren. Mit ihrem letzten Release auf Type Records, »Going Places«, setzte sich das Duo jedoch noch eine opulentes Denkmal in Form eines umwerfenden Magnum Opus, das sicher noch lange seinesgleichen suchen wird. Nun ist mit Pete Swansons (Foto links) »Man With Potential« bereits das dritte Soloalbum seit der Trennung erschienen – wieder bei Type.
pete swanson – man with potential (album preview) by experimedia
Im Gegensatz zu den extrem ausmodellierten Gitarren-Drones der Yellow Swans orientiert sich Swanson im Alleingang mehr denn je in Richtung Industrial-Techno und wird vom Boomkat-Mailorder folgerichtig in die Nähe des Prurient-Seitenprojektes Vatican Shadow gerückt. Tatsächlich klingt »Man With Potential« in seinen härteren Momenten, als wäre an einem Sonntag-Nachmittag die Function-One des Berghains während eines Sets von Luke Slater durchgebrannt. Swanson zeigte sich bereits bei den Yellow Swans für die elektronischeren Parts verantwortlich, während sein Kollege Gabriel Mindel Saloman eher für die gitarrenlastigeren Passagen sorgte. So begräbt Swanson eben statt ohrenbetäubender Feedbackschleifen seine ultra-verzerrten Synthesizer-Figuren unter Bergen von weißem Rauschen…
