Während Sean Kilfoyle’s im letzten Jahr noch mit Songwriterin, It-Girl und Chanel-Model Amalie Bruun das großartige Minks-Debüt »By The Hedge« beim New Yorker Label Captured Tracks veröffentlichte, ist die Band nach Bruuns Ausstieg zum Soloprojekt geschrumpft. Nun steht für Februar die zweite Platte an. Wir sprachen mit Kilfoyle über das auslaufende Jahr und das kommende Album.
Was hat 2011 für dich für Erkenntnisse gebracht?
Ich habe dieses Jahr begonnen, mein Leben ernsthaft umzukrempeln. In den letzten Jahren war ich ziemlich orientierungslos und fragte mich häufig, ob das immer so bleiben würde. Im Moment probiere ich einfach viele neue Sachen aus und wage mich mehr und mehr auf unerschlossenes Terrain.
Was ist dein persönlicher Masterplan für 2012?
Ich würde gerne einfach mal schauen, wohin es mich treibt. Je mehr man plant, desto enttäuschter ist man am Ende. Das ist einfach nicht die Art und Weise, wie ich mein Leben führen möchte.
Als eure erste Single bei Captured Tracks veröffentlicht wurde, gab es Minks ja eigentlich noch gar nicht. Hat dich das vorauseilende Vertrauen von Label-Betreiber Mike Sniper motiviert, weiterzumachen?
Nein, ich würde nicht sagen, dass Mikes Zuspruch mit meiner eigenen Motivation zu tun hatte. Ich habe schon immer Musik gemacht und würde das auch ohne Label im Rücken weiter betreiben. Wenn man etwas aus Leidenschaft macht, hält einen auch fehlende Ermunterung nicht davon ab, sich weiter reinzuhängen.
Hat sich die Besetzung mittlerweile etwas gefestigt, oder wechseln deine Mitstreiter immer noch so häufig?
Es wird auf jeden Fall langsam stabiler. Amalie Bruun ist mittlerweile nicht mehr dabei, ansonsten versuche ich, weniger bestimmend beim Songwriting zu sein, wobei ich sehr neugierig bin, wohin das führen wird. Eigentlich liegt mir das Prinzip einer klassischen Band überhaupt nicht, aber ich mache einfach zu gerne Musik mit Freunden. Ich muss da eine Art Kompromiss finden.
Was können wir vom für Februar angekündigten Album erwarten?
Das neue Album wird sehr anders ausfallen als unser Debütalbum »By The Hedge«. Kein kompletter Richtungswechsel, aber um einiges optimistischer und ausbalancierter. Weniger vernebelt und mehr auf den Punkt gebracht. Ich bin in einer viel besseren mentalen Verfassung, und diese Klarsicht war eine große Quelle der Inspiration für mich.
Ist die Band mittlerweile ein 9-to-5-Job für dich, oder läuft das mehr als Hobby nebenher?
Wenn man auf Tour ist, ist die Band nicht nur ein üblicher 8-Stunden-Job, sondern läuft eher auf 24 Stunden hinaus. Man sitzt ständig irgendwo herum und muss auf dieses und jenes warten: Soundcheck, Auftritt, Equipment verladen. Man ist sozusagen in dieser Langeweile gefangen; und wenn dann noch eine Bar in Reichweite ist, weiß man auch, warum Musiker nicht gerade der gesündeste Job ist.
Das Interview ist ursprünglich in Intro #198 Dezember/Januar erschienen.
Minks – “Funeral Song” from LANCE DRAKE on Vimeo.

