29. November 2011 von Philip Fassing

Datashock

Pascal Hector (Foto vorne) gehört mit seinem seit 2003 existierenden Label und Mailorder Meudiademorte nicht nur zu den treibenden Kräften der lokalen D.I.Y.-Szene, sondern wird vor allem für sein Psych/Drone-Kollektiv Datashock auch weit über die hiesigen Grenzen hinaus geschätzt. Ihre aktuelle LP »Die Pyramiden von Gießen« brachte dem Kraut-Ensemble einmal mehr Lobeshymnen in Publikationen wie der Testcard oder dem britischen Wire Magazin ein. Auf Meudiademorte hat Hector unter anderem Platten, CD-Rs und vor allem Kassetten von Künstlern wie Thurston Moore, Sunburned Hand Of The Man, The Skull Defekts oder John Wiese veröfffentlich. Die Gestaltung der Tonträger erfolgt meist in liebevoller Handarbeit, bei der der Chef auch schon mal selbst Hand anlegt.

Wie viele Platten-Cover hast du für Meudiademorte selbst gestaltet?
Nach kurzem überfliegen der Diskografie sind es wohl so drei Viertel der Veröffentlichungen.

Kreierst du deine eigenen Artworks zu Veröffentlichungen jedes Mal neu, oder greifst du dabei auch auf ältere Arbeiten von dir zurück, wenn sie zur Musik passen?
Nein, jedes Cover wurde ausschließlich für die jeweilige Veröffentlichung angefertigt.

Wenn du eine neue Grafik/Zeichnung zu einer anstehenden Veröffentlichung anfertigst, wie gehst du dabei vor?
Ganz einfach: Ich höre mir die Platte an und lege mir dabei ein Konzept oder eine Idee zurecht. Dann wäge ich ab, ob das für mich umsetzbar ist oder ob ich die Arbeit lieber in Auftrag gebe. Oft setzt sich schon nach nur einmaligem Hören ein Bild im Kopf fest, wie das Artwork dazu auszusehen hat.

Wenn du das Artwork nicht selbst gestaltest, nach welchen Kriterien wählst du die Motive aus?
Ich höre mir die Aufnahmen erst mal an und überlege dabei, welche Art von Cover dazu passen könnte. Wenn ich merke, dass meine Vorstellung nicht selbst umsetzbar ist, wende ich mich zum Beispiel an Thomas Weirich und probiere ihm zu veranschaulichen, was mir vorschwebt. Das hat bisher eigentlich immer ziemlich gut funktioniert. Manchmal kommen auch die Bands selbst mit Cover-Entwürfen an, die wirklich hervorragend gepasst haben und dann eben auch verwendet wurden. Es kam allerdings auch schon mal vor, dass ich solche Vorschläge abgelehnt habe und es deswegen gar nicht erst zu einer Veröffentlichung kam. Andere Labels lehnen Bands wohl eher wegen ihren Aufnahmen ab, das ist bei mir aber noch nie vorgekommen… haha.

Was sind deine Lieblingsartworks aus dem Meudiademorte-Katalog?
Mir gefallen prinzipiell die Arbeiten besser, an denen ich nicht beteiligt war. Die Cover von Thomas Weirich sind immer gut, z.b die siebgedruckte Datashock/Aidan Baker/Leah Buckareff-LP oder das Steve Gunn-Cover von Wouter Vanhaelemeesch. Von den Sachen an denen ich beteiligt war, gefällt mir eigentlich die »Storm Skull Dub« von The Skull Defekts am besten…

Graveyards – Psalm Alarm (mddm18)
Shivers – Off (mddm15)
Davenport Family – At The Foot Of Zodiac Mountain (mddm22)
Cones – Use Your Illusion III (mddm39)


Datashock & Wether – “Untitled” Split (mddm19)
Mêlée – Violent Forms Of Laughter Pt. 1 (mddm30)
Shivers – Apple-Guru Where Are You? (mddm21)
Thurston Moore – Black Weeds / White Death (mddm26)

Datashock – Pyramiden von Gießen 2LP (Dekorder) 2011 by meudiademorte