13. März 2012 von Philip Fassing

Das fantastische Debüt von Alec Koone alias Balam Acab liegt nun schon wieder ein halbes Jahr zurück, da kommen zwei unveröffentlichte Songs eigentlich gerade recht. Via Twitter teilte Koone die beiden Titel mit der Gemeinde. Zu hören bekommt man den düster-organischen Signatur-Sound, für den man den jungen Produzenten schon längst lieb gewonnen hat.

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Balam Acab: »Just Stay«

6. Februar 2012 von ChristophBuescher

Abenteuer sind mit Musik in heutiger Zeit nur noch selten zu erleben. Eine Ausnahme bildete die diesjährige Transmediale, die sich selbstgewählt dem Geisterhaften und Jenseitigen in der Musik zuwandte. Christoph Büscher war vor Ort.

30.1.-5.2.2012, Berlin, verschiedene Orte
Die Menschenschlange, die sich bei gefühlten -18 Grad vor der Passionskirche über den Kreuzberger Marheinekeplatz zieht, erregt Aufmerksamkeit. Ein verwunderter Passant kann nicht ganz glauben, dass hunderte Hipster-Typen hier ausgerechnet für ein Orgelkonzert anstehen. Doch Klangforscher Tim Hecker hat an diesem Abend genau das im Programm. Zwar ist der Ambient-Künstler aus Montreal nicht komplett auf Kirchenmusik umgestiegen, aber geistig im weitesten Sinne ist das Konzert, das an diesem Samstagabend das Kirchenschiff in mächtige Vibrationen versetzt, schon. Zur live gespielten Orgel, die parallel über zwei große Verstärkertürme abgenommen und mit allerlei Effekten prozessiert wird, mischt Hecker Material seines letzten Albums »Ravedeath, 1972« – ebenfalls in einer Kirche aufgenommen – zu dunkel und bedrohlichen Schwingungen, die das Gebäude erschüttern und dabei leider auch weitgehend den Originalklang der Orgel mit einem dichten Klangbrei zudecken.

Damit passt Hecker gut zum diesjährigen Schwerpunkt des »Festivals für abenteuerliche Musik«, das sich mit dem Motto »Spectral« dem Geisterhaften und Jenseitigen in der Musik zuwandte. Vom schamanisch-rituellen Kehlkopfgesang des Phurpa-Chors bis hin zu den Echos, die solch magische Musik in den Clubsounds des Labels »Tri Angle« hinterlässt, dessen Künstler am Donnerstag im Berghain aufliefen. Weitere Highlights waren mit Sicherheit auch die Releaseparty des neuen Mouse On Mars-Albums »Parastrophics«, die Live-Show von Mohn, dem neuen Projekt von Wolfgang Voigt und Jörg Burger, sowie die aufwendige Retro-Inszenierung der 1970er-Psychedelic-Lightshow von Joshua White, die an drei Abenden das Auditorium des Haus der Kulturen ausverkaufte.

Persönlicher Höhepunkt war jedoch gleich das Eröffnungskonzert, das wie in den vergangenen Jahren einem Pionier der elektronischen Musik gewidmet war. Dieser Ehrenplatz ging diesmal an die 80jährige Komponistin Eliane Radigue, die sich bereits in den 1960ern einer radikal-minimalistischen Musik verschrieb, die auf Tape-Feedback und Synthesizern basierte, und die dieses Prinzip seit ein paar Jahren auf akustische Instrumente zurück überträgt. Ihr dreiteiliger Zyklus »Naldjorlak« für Cello und Bassetthorn wurde dank des unglaublichen Könnens und der Präzision der aufführenden Charles Curtis, Carol Robinson und Bruno Martinez zu einer zweistündigen Meditation über kaum wahrnehmbare Tonverschiebungen, Obertöne und feinste Schwebungen, bei der das minutenlange verharren auf einem einzelnen Ton eine Stille und Konzentration entstehen ließ, die näher an höhere Geisteszustände herankam als so manch andere »hypnotische« Musik es sonst jemals schafft. Meisterhaft geisterhaft.

CTM Trailer from MFO on Vimeo.

1. Dezember 2011 von Philip Fassing

Wenn aus der letztjährigen Witch House-Blase ein substantielles Label hervorgegangen sein sollte, dann dürfte das wohl mit Sicherheit Tri Angle Records aus Brooklyn sein. Mit Künstlern wie How To Dress Well wuchs das junge Label schnell über die Blogosphäre hinaus und konnte sich auch jenseits von schnelllebigen Schlagwörtern etablieren. Nun wagt sich Tri Angle zum ersten Mal im größeren Stile auf europäischen Boden und bringt mit Balam Acab (Foto), Holy Other und oOoOO auch gleich drei seiner spannendsten Protagonisten mit. In Deutschland wird das Showcase passenderweise im Berliner Berghain abgehalten, das mit seiner sakralen wie industriellen Aura wohl der perfekte Austragungsort für die düsteren Soundscapes der Tri Angle-Schützlinge sein dürfte.

02/02/12 – Berghain / Berlin
03/02/12 – Trouw / Amsterdam
04/02/12 – E8 Warehouse TBA / London
08/02/12 – AB Box / Brussels
09/02/12 – Point FMR / Paris

BALAM ACAB – Apart from kohnkepik on Vimeo.

9. Juni 2011 von Philip Fassing

Balam Acab

Vermeintliche Wunderkinder stehen derzeit hoch im Kurs und auch Alec Koone alias Balam Acab dürfte sich früher oder später auf diese Etikettierung einstellen müssen. Bereits mit seiner letztjährigen Debüt-EP zog der 20-jährige die Aufmerksamkeit der internationalen Musikpresse auf sich, ließen sich seine düsteren Zeitlupen-Beats doch perfekt in der Witch-House-Schublade unterbringen. Nun folgt am 28. August mit “Wander / Wonder” (Tri Angle) der Einstand auf Albumlänge, eine erste Hörprobe gibt es mit “Oh Why” hier zu hören:

Balam Acab – Oh Why